Persönlichkeitsrechte für einen Fluss


Fluss in Neuseeland

Ein Fluss als juristische Person? Durch eine Grundsatzvereinbarung erhielt der drittlängste Fluss Neuseelands „Whanganui“ bereits vor 2 Jahren Persönlichkeitsrechte. Die indigene Gemeinschaft „Whanganui Iwi“ hatte sich dafür eingesetzt. Bereits vor Jahrhunderten nutzen Māori ihn als Verkehrsweg zwischen der Küste und dem Binnenland und kultivierten Land an seinen Ufern.

Die Entstehung des Whanganui River erklärten sich die Māori mit Hilfe der Mount-Taranaki-Legende. Danach soll sich der Taranaki in früheren Zeiten zusammen mit den drei Vulkanen Tongariro, Ruapehu und Ngauruhoe im Zentralen Hochplateau befunden haben. Als der Taranaki aber einen Streit mit dem sich ebenfalls dort befindlichen kleinen Pihanga anfing, wurde dieser von Tongariro in Schutz genommen. Während des Streits wurde unter anderem der Himmel dunkel und die Erde bebte. Nach der Verlorenen Auseinandersetzung beschloss der gekränkte und zornige Taranaki, sich von den anderen zu entfernen und fand sich bald an seiner heutigen exponierten Stelle wieder. Die auf seiner Reise hinterlassene Furche füllte sich bald darauf mit klarem Wasser und bildete den Whanganui. Viele Māori glaubten, dass der Taranaki eines Tages wieder zu den anderen Bergen zurückkehren könnte und mieden teilweise dieses Gebiet als Wohnort.

In gleicher Art wie eine Firma als „juristische Person“ anerkannt werden kann, wurden nun dem Fluss Persönlichkeitsrechte zugestanden. Organisationen, die sich für die Rechte der indigenen Gemeinschaften einsetzen, feierten die Vereinbarung als Bestätigung der unentwirrbaren Beziehung zwischen indigenen Gemeinschaften und ihren natürlichen Ökosystemen.

Suzanne Benally von “Cultural Survival” lobte die Vereinbarung als einen Meilenstein der Rechtsgeschichte: „Die Natur kann nicht allein als eine Ressource verstanden werden, die dazu dient Besitz zu sein und profitbringend ausgebeutet zu werden. Sie ist eine lebendige und erhaltende Kraft, die von allen geehrt, respektiert und geschützt werden sollte.“

 Der Fluss wird nun zwei  >Beschützer< haben – einen von der englischen Krone und einen vom Stamm der Whanganui Iwi. Letzerer sorgt dafür, dass die physischen, ökologischen, spirituellen und kulturellen Rechte des Flusses gewahrt werden.

 

Quellen:

http://www.culturalsurvival.org/publications/cultural-survival-quarterly/i-am-river-and-river-me-implications-river-receiving

http://www.huffingtonpost.com/2012/09/18/new-zealand-whanganui-river_n_1894893.html

 

 

 

Bild © Thinkstock


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